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Ein Lesebuch über den kalten Krieg, aber nicht neutral.
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Der Kalte Krieg: Eine neue Geschichte (Gebundene Ausgabe) "Der kalte Krieg" ist wahrlich ein Lesegenuss. Es ist kaum zu beschreiben, in welch hervorragender Weise es Gaddis gelingt, nur das Wesentliche zu erzählen, und dennoch nicht langweilig oder oberflächlich zu werden. Manches Ereignis im kalten Krieg könnte für sich schon ganze Bücher füllen und wird bei Gaddis auf nur ein, zwei Seiten abgehandelt, und trotzdem hat der Leser das Gefühl, umfassend informiert zu werden. Zwar ist der Inhalt des Buches im Wesentlichen chronologisch strukturiert, aber dennoch sind es die Zusammenhänge und nicht die Abläufe, die der Autor in den Vordergrund stellt (so wie sich das für ein gutes Geschichtsbuch auch gehört).
Allerdings liegen in diesen Stärken des Buches auch die größten Gefahren: Gaddis will nie Chronist sein, sondern stets Erzähler, und so stellt er uns die Geschichte nicht nur vor, sondern er interpretiert sie auch gleich noch für uns. Das wäre an sich okay, aber Gaddis bietet einseitig nur eine Perspektive an, nämlich die aus Sicht der Regierung der Supermacht (meist der USA, nur selten der UdSSR). Nehmen wir als Beispiel Staaten, die Politik "auf eigene Rechnung" machen. Gaddis wirft diesen Staaten (z. B. Frankreich einerseits und Jugoslawien andererseits) implizit mangelnde Bündnistreue vor. Dabei könnte man es auch einfach als Ausübung der Souverenität betrachten - das ureigenste Recht eines unabhängigen Staates.
Allzuoft erliegt Gaddis da der Gefahr, seine persönliche Meinung kundzutun. Man spürt ständig seine Sympathie für Hardliner wie Eisenhower, Nixon, Kissinger, Thatcher und Reagan und seine Abneigung für den "Kommunismus". Für Gaddis ist die Lehre, die man aus dem Kalten Krieg ziehen kann, klar: Linke Ideale kamen durch den Kalten Krieg auf den Scheiterhaufen der Geschichte - und das ist auch gut so! Meiner Meinung nach hätte er sich entweder mit dieser Wertung mehr zurückhalten solle oder gleich die ganze moralische Dimension des kalten Krieges erörtern. Aber dann kann man unter anderem den Vietnam-Krieg nicht mehr nur als notwendiges Übel darstellen.
Trotzdem gebe ich vier Sterne, denn lesenswert ist das Buch allemal!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 10. Februar 2010 | | |
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